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Modularisierungsworkshops – warum fast nie ein positiver Effekt im Tagesgeschäft bleibt

Den richtigen Workshop zum Thema Modularisierung finden – trotz vieler Fallstricke kein Problem. Im Blog von MB Collaborations erhalten Sie wertvolle Tipps dazu.

Modularisierung wird als Allheilmittel verkauft

Eine modulare Produktarchitektur ist die Wunderpille, die all Ihre Probleme löst? Dieser Eindruck kann entstehen, wenn Sie die üblichen Werbebotschaften lesen, mit denen die Vorteile der modularen Produktarchitektur angepriesen werden. In Wahrheit hat aber die modulare Produktentwicklung, wie auch jede andere Entwicklungsstrategie, neben Stärken ihre Schwächen, neben Vorteilen ihre Risiken.

Ziel eines ersten Workshops muss es daher sein, das Thema zu erkunden und zu erkennen, wie Modularisierung zu den Zielen passt, die Sie für Ihre Entwicklung haben. Wollen Sie Ihren Kunden mehr und mehr Auswahl bieten sowie Entwicklungszeiten reduzieren, Entwicklungskosten senken und effizienter entwickeln? Oder wollen Sie Ihr Produkt in Module zerlegen, die an unterschiedlichen Standorten unabhängig entwickelt und produziert werden?  Dies sind nur zwei mögliche Zielstellungen, die Sie mit Modularisierung verfolgen können. Da Sie Ihr Vorgehen und die angewandten Methoden in der Modularisierung auf diese Zielstellung ausrichten müssen, ist es wichtig, zuerst zu erkennen, welche Ziele Sie mit einer modularen Produktarchitektur erreichen wollen.

Es werden die geschickt, die gerade Zeit haben

Geht es darum, die Teilnehmer für den Modularisierungsworkshop auszuwählen, fällt die Wahl allzu oft auf diejenigen, die Zeit haben und an dem Thema interessiert sind. Es wird nicht die Frage gestellt, welche Teilnehmer es braucht, um wirklich von dem Workshop zu profitieren.

Ähnlich wie im Modularisierungsprojekt, das von einer Pilotgruppe getragen wird, brauchen Sie für den Workshop einen Querschnitt der Entwicklungsorganisation. Da Sie, wenn es sich nicht um einen Workshop bei Ihnen im Haus speziell für Ihr Unternehmen handelt, nur zwei oder drei Teilnehmer entsenden, müssen ein Entscheider und ein Entwicklungsingenieur dabei sein. Doch wer sind diese Personen?

Vielleicht haben Sie schon einmal die Aussage gehört „Modularisierung ist Chefsache“? Der Entscheider erkennt die Implikationen einer modularen Entwicklung für die Organisation als Ganzes. Desweiteren verfügt er über den nötigen Einfluss, um im Unternehmen die Weichen in Richtung Modularisierung zu stellen. Typischerweise handelt es sich hierbei um den Entwicklungsleiter oder einen erfahrenen Teilbereichsleiter.

Neben dem Entscheider braucht es den Entwicklungsingenieur. Er kann die Vorgehensweisen der Modularisierung kennenlernen und die Übertragbarkeit auf das eigene Produkt überprüfen. Für ihn muss sich in einem Modularisierungsworkshop erschließen, welche Vorteile die modulare Produkte für den Entwickler, den Konstrukteur, den Berechner hat. Er ist derjenige, der für die Unterstützung „von unten“ sorgt, so dass Modularisierung nicht eine verordnete Managementstrategie wird, die von vorneherein abgelehnt wird. Typischerweise handelt es sich bei dem Entwicklungsingenieur um einen erfahrenen, gut vernetzten Entwickler mit sehr guter Kenntnis der Vergangenheit des eigenen Produktportfolios.

Gemeinsam sind Entscheider und Entwicklungsingenieur in der Lage, die Erkenntnisse eines Modularisierungsworkshops zurück ins Unternehmen zu tragen und dort die Transformation hin zu modularer Produktentwicklung zu starten.

Es wird die eine richtige Methode gepredigt

Sie haben sich für einen Modularisierungsworkshop angemeldet? Mit großer Wahrscheinlichkeit wird Ihr Workshop von einem Forschungsinstitut oder einer spezialisierten Beratung – oft eine Ausgründung eines solchen Forschungsinstituts – angeboten. Häufig bringen diese Veranstalter selbstentwickelte, proprietäre Methoden mit, oft auch mit dedizierter Softwareunterstützung, mit. Zum Lehren der jeweiligen spezifischen Methode werden Sie keinen Besseren als diese Forschungsinstitute oder Beratungen finden.

Eine Frage aber wird ausgeklammert: Ist diese Methode die für mich passende? Man nennt diesen Trugschluss „Gesetz des Instruments“ oder auch „Maslows Hammer“ nach der Aussage, die auf den Psychologen Abraham Maslow zurückgeführt wird: „Wenn das einzige Werkzeug, das man hat, ein Hammer ist, sieht alles wie ein Nagel aus.“

Für die Entwicklung einer modularen Produktarchitektur im Baukastenprinzip gibt es jedoch eine Vielzahl von Werkzeugen. Es gibt Methoden mit Fokus auf strategische Unternehmensziele, Methoden mit Fokus auf das funktionale Zusammenspiel von Baugruppen oder mit Fokus auf technische Interaktionen von Bauteilen. Aus diesen Methoden müssen Sie entsprechend der Ziele auswählen, die Sie mit ihnen erreichen wollen. Mehr noch, Sie müssen diese verschiedenen Werkzeuge ausprobieren, um zu verstehen, ob sie zu Ihren Zielen passen.

Im Workshop war alles so einfach

Beim ersten Kennenlernen neuer Methoden und Vorgehensweisen werden diese an stark vereinfachten Übungsbeispielen erklärt. Sie kennen diese bestimmt, sei es die elektrische Zahnbürste oder ein Toaster. Diese Vereinfachung ist notwendig, um die Prinzipien und Vorgehensweisen einer neuen Methode zu verstehen. Diese Übungsbeispiele sind häufig konstruiert, um die Stärken einer Methode hervorzuheben; auch dies ist in einem ersten Schritt legitim. Sie wollen die verschiedenen Vorteile der unterschiedlichen Methoden verstehen, um dann die richtige Wahl für Ihre Ziele und Ihr Produkt zu treffen.

Es bedarf aber der Anwendung auf das eigene Produkt, um zu erkennen, ob eine Methode für Sie funktioniert und wie die Ergebnisse aussehen können. Die ersten Erkenntnisse bezüglich einer verbesserten Modularität für Ihr Produkt, die sich auf die Art ergeben, sind außerdem ein starkes Argument, welches Sie aus einem Workshop mit nach Hause nehmen können.

Fazit: Modularisierungsworkshops richtig angehen, dann machen Sie Sinn

Sie haben nun die Fallstricke gesehen, an denen ein Modularisierungsworkshop scheitern kann und fragen sich vielleicht: Kann so ein Workshop trotzdem sinnvoll sein?

Die Antwort lautet Ja. Eine gute Möglichkeit, die richtigen Teilnehmer in den Workshop zu bringen und das eigene Produkt für Modularisierung auszuprobieren, ist, den Workshop als Inhouse-Workshop individuell für Ihr Unternehmen zu planen.

Und auch, wenn Sie keinen Inhouse-Workshop organisieren wollen, haben Sie bei einigen externen Workshops die Möglichkeit eigene Cases mitzubringen, die im Rahmen des Workshops analysiert und bearbeitet werden. Durch die entsprechende Selektion der zu entsendenden Mitarbeiter, schaffen Sie die Grundvoraussetzung für deren erfolgreiche Teilnahme am Workshop.

Achten Sie bei der Auswahl eines Workshops darauf, dass im Inhalt Modularisierung auch kritisch hinterfragt wird und neben den Vorteilen Grenzen nicht verschwiegen werden.

Durch die Auswahl eines unabhängigen Veranstalters, der nicht seine eigene Methode vermarkten will, vermeiden Sie, dass Sie Ihre Ingenieure zu einem Hammer-Verkaufsseminar schicken.

Bei der Wahl des richtigen Workshops ist daher ein Modularisierungsworkshop immer noch die richtige Wahl, um mit Ihrem Unternehmen den ersten Schritt hin zu der Entwicklung von modularen Baukästen zu machen.

Neben Modularisierungsworkshops kann auch eine Software Unterstützung bei der Modularisierung hilfreich sein. Wann der richtige Zeitpunkt für die Auswahl einer solchen IT-Unterstützung ist und worauf Sie achten sollten, erfahren Sie hier.

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